Heute morgen brauchte ich nicht aufs Handy zu schauen um zu erfahren wie das Wetter ist. Es prasselte bereits an die Scheiben. Nicht so schlimm, Frühstück gab es ohnehin erst ab 7 Uhr.

Irgendwann wurde es sehr schwach und ich startete später als üblich nur um nicht mal eine halbe Stunde später mir wieder einen Unterschlupf suchen zu müssen. Station 1 war bei einer Unterführung bei einem Museum. Die Chefin war sehr freundlich und bot mir an, dass ich reinkommen könnte, aber ich lehnte dankend ab. Bis dann die prophezeite starke Wolke eintraf verging einiges an Zeit. 

Anschließend ging es weiter und am Horizont erblickte ich zum ersten Mal seit Lissabon den Atlantik wieder am Horizont (auf diesem Bild sehr schwach zu sehen). 

Natürlich war das nicht der letzte Regen. Station 2 war dann eine Tankstelle.

Erneut klarte alles wieder auf, der Atlantik war noch besser zu sehen und ich ging frohen Mutes mit der Annahme "das wars dann wohl für heute". 

In einer kleinen Dorfgastronomie bekam ich dann endlich das wonach ich schon lange Ausschau hielt : ein Brötchen mit Jamon Iberico, meiner Meinung nach der beste Schinken 😋 

Jetzt konnte ja nichts mehr schief gehen... oder? Doch natürlich musste es nochmal regnen 😡 aber zumindest nicht so schlimm, dass ich nochmal ein Dach brauchte. 

In der Unterkunft angekommen musste man sich selbst orientieren. Bis zum Verfassen dieses Beitrages ist kein Leiter aufgetaucht. Meinen Stempel fürs Credential habe ich in einer Bäckerei geholt und bei der Gelegenheit auch gleich noch nen kleinen Happen.

Brutto waren es dann 25,3 km. 

Morgen geht es jetzt endlich nach Porto, aber ich werde dort nicht schlafen. Wie schon geschrieben mag ich es nicht in großen Städten zu schlafen. Außerdem möchte ich ambivalent laufen. Ich gehe davon aus, dass morgen viele in Porto starten werden. Wenn ich morgen in Porto durchlaufe und kurz dahinter meine Etappe beende sollte ich zumindest anfänglich den großen Pilgermassen entgehen. 

Das Wetter sollte die nächsten Tage wieder sonnig sein oder anders formuliert : endlich wieder schwitzen 🙌 

In Porto gibt es eine Auftrennung des Weges. Ich werde der empfohlenen Route folgen also anfänglich den Küstenweg um aus Porto raus zu kommen und danach wechsele ich zum traditionellen Weg im Landesinneren. 

Als ich 2018 den Camino Francés ging war dies das erste Unterfangen dieser Art für mich. Zur Vorbereitung schaute ich mir verschiedene Videos auf YouTube an. Diese behandeln verschiedene Themen wie beispielsweise Packlisten. Ein eher spaßiges hatte mir damals die meiste Vorfreude bereitet obgleich es gar nicht um den Camino Francés ging sondern um den Camino Portugues ab Porto. Falls jemand Interesse daran haben sollte YouTube Link viel Spaß damit 🤗 

Ich laufe dann ab morgen quasi die selbe Route zumindest am Anfang.

Die erste Tätigkeit nach dem Aufwachen (nicht das ich ernsthaft schlafen konnte, aber irgendwann schaut man ja doch mal aufs Telefon) ist das Wetter checken.

Die anderen in der Unterkunft waren bereits gestartet und hatten somit Glück gehabt, da der Regen noch nicht begann. Ich machte mich also auf den Weg. Nach einem kurzen Frühstück (ich habe aus Versehen ein Brötchen gewählt, welches mit Thunfisch belegt war, pfui deibel) ... 

... ging ich los ...

... und der Regen ebenfalls ...

... zunächst verhalten , aber immer stärker werdend, also suchte ich eine Überdachung und hatte Glück. Direkt vor mir befand sich eine riesige Halle in der LKWs repariert werden. Ich wurde wie zuletzt toleriert und verbrachte dort einiges an Zeit bis es etwas nachließ. 

Leider kann ich hier keine Videos einfügen.

Nun gut, irgendwann war es wieder weniger und ich suchte mir den nächsten Unterschlupf in Form eines Cafés und von dort ging es dann weiter. Die Aussichten waren jedoch sehr bescheiden. Daher beschloss ich das beste daraus zu machen : ein Experiment! 

Nachdem ich bereits erfolgreich die portugiesische Eisenbahn getestet habe war nun die Busverbindung dran. 

Ich suchte eine Verbindung, stellte mich an die Bushaltestelle und wartete. Siehe da, der Bus kam pünktlich, die Kommunikation haperte etwas, aber ich erreichte mein gewünschtes Ziel : die Academia de Música in São João da Madeira.

Selbstverständlich regnete es weshalb es - wie sollte es anders sein - erstmal in ein Café ging. Ich kann keinen Café mehr sehen 🙄.

Das Hotel hatte ich bereits gebucht, also nur noch ein paar Meter gehen, richtig? Richtig?!?

Am Hotel angekommen wurde mir gesagt, dass das Zimmer zwar prinzipiell zur Verfügung steht, aber aufgrund des Wetters war der Strom ausgefallen 😡 

Bedeutet das Buchungssystem geht nicht weshalb ich keine Schlüsselkarte bekommen konnte. Nach einigen warten sah es so aus, dass es noch eine Weile dauern würde. Daher entschieden sie sich mich mit einer Generalkarte reinzulassen. 

Ach ja, aufgrund des Stromausfalls gingen natürlich auch die Aufzüge nicht. Mein Zimmer war im 8ten Stock. Schöne Aussicht. 

Die zu Fuß zurück gelegten Kilometer sind lächerlich. Morgen soll es nochmal regnen. Ich hoffe zumindest etwas weniger. Ab Freitag soll die Sonne wieder scheinen. Dann geht es durch Porto.

Nach einem kurzen Blick zurück auf meine Unterkunft (unten links im Bild) ging es direkt los. 

Nach einer Stunde gab es die erste Pause mit einem kleinen Frühstückshappen.

Danach ging es weiter über Straßen und Waldwegen. Unter anderem ging es über die N1, dies entspricht in etwa einer Bundesstraße und entsprechend stark befahren. Ging halt nicht anders weil ein Fluss überquert werden musste und in der benachbarten Brücke ein Stück gefehlt hat. 

Generell war es heute zwars nicht besonders warm, aber durch den ganzen Regen war es nebelig und äußerst schwül was somit gefühlt zumindest auch warm war. 

In Albergaria-A-Velha entstanden dann auch noch ein paar schöne Fotos.

Zwischendurch gab es noch nen Happen in einer Bäckerei in einem Supermarkt und dann noch einen im Zielort. 

Auf dem Weg wurde ich in einen Wald von einem Regenguss überrascht, ansonsten blieb es heute größtenteils trocken und unspektakulär. T habe ich hier in der Unterkunft auch wieder getroffen. Auch die letzten Tage hatte ich ihn immer wieder gesehen nur nicht extra erwähnt.

Brutto waren es überschaubare 27,5 km. 

Von der gesamten Nettostrecke bin ich jetzt bei 318 km. Somit kann Bergfest gefeiert werden, weniger Strecke vor mir als hinter mir. 

Für morgen und übermorgen habe ich auch kurze Strecken vor mir, zum einen wegen dem Wetter, zum anderen möchte ich in Grijó schlafen. Dadurch kann ich es vermeiden in Porto zu schlafen. Wie ich schon schrieb mag ich das nicht.

Ich gehe davon aus, dass in Porto viele starten, wenn ich aber durchlaufe und 10 km hinter Porto die nächste Übernachtung ist erhoffe ich mir davon, dass ich zumindest eine zeitlang der Rottenwanderung entgehe.

Gestern erreichte ich gerade noch rechtzeitig trockenen Fußes die Unterkunft, es folgten häufige kurze Regenschauern. Es zeichnete sich ab, dass mir das heute nicht gelingen wird.

Frühs wurde ich sowohl von einem Wandgemälde begrüßt, aber auch von dunklen Wolken am Horizont. 

Anfangs ging es kurz durch einen Wald, der Rest sollte über Straße gehen, in Anbetracht der Aussichten eine gute Variante. Im nächsten Ort wurde ich von einer interessanten Kunstinstallation überrascht und hatte zeitweise einen tierischen Begleiter. 

So hangelte ich mich irgendwie durch. 

Ich suchte immer wieder Überdachungen, darunter

  • 3 mal war ich einen Cafe 
  • Carport einer Fabrik
  • Eingang eines Getränkespediteurs
  • Vordach eines Restaurant 
  • Rastplatz 

Ein Ende des immer wiederkehrenden Regens war nicht in Sicht und ich hatte noch 10 km vor mir. Ich hab zwars noch ein Poncho im Gepäck, aber den möchte ich nur im Notfall auspacken. Die Klamotten die ich gestern gewaschen hatte waren immer noch nicht trocken und ich hasse Regen und nass zu sein. Kurzum : ich hab mir nen Uber geholt für die restliche Strecke. Der Fahrer sagte mir das ist der erste Regen seit 3 Monaten. 

Es hatte dann auch immer wieder geregnet, von daher die richtige Entscheidung. 

Am Ziel bezog ich dann mein Lager. Ich hab ein eigenes Zimmer, von daher bin ich recht happy. Ich hoffe es trocknet jetzt bis morgen alles durch. 

Am Nachmittag klärte es etwas auf und ich ging in die Stadt. Diese ist sehr farbenfroh gestaltet und führt markant einen Alltagsgegenstand im Design, der in dieser Situation sehr ironisch auf mich wirkte, aber seht selbst. 

Ich kam mir dezent veräppelt vor. 

Ich aß noch eine Pizza, aber die war nicht gerade prall.

Brutto waren es am Ende jämmerliche 21,6 km. 

Für die nächsten Tage sieht es ähnlich aus wie heute. Hier das Wetter für Porto. 

Mal schauen wie es weiter geht.

Da gestern Samstag war und ich mitten in der Stadt meine Unterkunft hatte, war es auch entsprechend lange laut, aber im Toleranzbereich.

Dieses Mal ging es kurz vor 7 los, hier noch ein paar Fotos dieser Universitätsstadt. 

Ohne den ganzen Touris, sieht man direkt mehr 😅 

Von da an lief alles recht reibungslos. Es ist Immer wieder motivierend solche Wandbilder zu sehen, wobei die Übersetzung etwas hakt. 

Bei meiner ersten Pause gab es eine Süßigkeit im Blätterteig mit minimaler Schichtdicke. Darin war eine megaleckere Fruchtpaste. Falls ihr sowas mal sehr unbedingt probieren. Ich hatte mir auch direkt noch ein zweites geholt. 

Und das wars schon fast. Von meinen ursprünglichen Ziel Anadia hatte ich mich bereits gestern verabschiedet. Ich bin jetzt in Sernadelo. Die Unterkunft ist nicht gerade die schönste, aber das schlimmste ist man hat keinen Empfang. Das Wifi ist auch ein Witz. 

Vorhin kam noch ein Österreich rein. Der ist in Wien gestartet und auf dem Weg nach Fatima, aktueller Stand 85 Tage mit 3.400 km. 

Wegen dem schlechten Empfang bin ich zum Sonntag mal ganz nobel essen gegangen um hier den Blog zu schreiben und ein paar Videos für später runter zu laden. 

Brutto bin ich heute 29,6 km gelaufen. 

Morgen könnte es regnen. Die Strecke ist auch etwas länger als heute. 

Erst nochmal zu gestern. Nachdem ich gestern in der Unterkunft in Alvorge ankam war das erste was ich tat zu fragen ob es Bettwanzen gibt, T hatte mich ja vorgewarnt. Der Betreiber versicherte mir daraufhin, dass er sie ausgerottet habe. 
So ganz vertraute ich dem nicht weshalb ich mich grob umschaute. Da ich nichts entdeckte ging ich über zur täglichen Routine, also duschen, Klamotten waschen, nen Happen essen und den Blog schreiben.
Im Anschluss ging ich wieder aufs Zimmer. Da ich immer noch ein wenig Panik schob schaute ich mich nochmals um. Auf dem Boden fand ich tote Käfer, aber es waren glaube keine Bettwanzen. Nur der Vollständigkeit halber dachte ich, ach schau doch nochmal ein zweites mal hinter das Bett und siehe da...

Ich machte Bilder und Videos und packte sofort alle Sachen zusammen und ging zum Betreiber. Ich bin mir nicht sicher ob er sonderlich überrascht war.
Sein Lösungsvorschlag : ich solle mir ein Doppelzimmer teilen mit einem Spanier, den ich nicht kenne. Nein, danke. Ich bekam mein Geld zurück und mir wurde geraten in die kostenlose Unterkunft des Ortes zu gehen. Dort angekommen inspizierte ich sie. Sie war überaus... karg. Darauf hatte ich auch keine Lust. Also blieb nur eine Lösung : weiter in den nächsten Ort. Da es bereits spät war versuchte ich eine Fahrt über Bolt und anschließend über Uber zu organisieren. Beides schlug fehl. Somit blieb nur eine Möglichkeit, nämlich laufen. Es war bereits nach 18 Uhr und gut 5 km zu laufen. Ich beeilte mich und bei meiner Ankunft traf ich T wieder. Dort wurde ich herzlich willkommen und fand eine gute Nacht.

Durch die zusätzliche Strecke stieg meine Bruttostrecke auf 42,1 km, also knapp eine Marathondistanz. 

Das Frühstück buchte ich dazu und bekam heute morgen hausgemachten Jogurt und Marmelade sowie frisch gepressten Orangensaft. 😋 

Dann startete ich meinen Weg. Vor mir lagen 32,7 km netto. 

Der erste bemerkenswerte Punkt war ein offener Rasenbereich mit jede Menge Caminoreferenzen. Ziemlich sicher wurde dieser von Pilgerbegeisterten hergerichtet. Am wichtigsten war mir der Caminoobelisk. Auf dem Frances findet man sie im auf einigen Abschnitten im 50 m Abstand. Dieser hatte zusätzlich die Besonderheit, dass er die Distanz bis nach Santiago angab. Zuvor habe ich auf dieser Strecke keinen solchen gesehen. 

Das erste Drittel wäre geschafft, ich plane bereits ein gutes Stück vor. 

Weiter ging es wieder über sehr holprige Waldwege was jede Menge Zeit und Nerven gekostet hat. Immerhin war der Wald und die Umgebung sehr schön. In einem Ort gab es eine Unterkunft die als Markenzeichen Gänse hatte. 

Irgendwann kam ich dann ins Grübeln

  • Ich war nur äußerst schleppend voran gekommen durch die ganzen Höhenmeter und schwierige Oberfläche
  • Die Temperatur und Sonne war wieder enorm
  • Der Vortag mit der langen Strecke lag mir noch in den Knochen
  • Es hätte sicherlich noch bis mindestens 16:00 gedauert bis ich eintreffe
  • Am wichtigsten : ich hasse es durch große Städte zu laufen (Coimbra hat 140.000 Einwohner), ständig Ampeln, Verkehr und andere Unannehmlichkeiten 

Kurz um : 7 km vorm Ziel nahm ich mir dann ein Uber zu meiner Unterkunft. Durch die Fahrt konnte ich auch Orte von Coimbra sehen, die ich sonst verpasst hätte. Ich finde das war eine sehr gute Entscheidung 🤗

Ich denke hier könnte man noch sehr viel mehr schöne Ecken entdecken, aber ich hab nun mal kein großes Interesse an Sightseeing 😅, hier zumindest ein paar Bilder, den Rest müsst ihr selbst herausfinden 😋 

Ich sitze gerade am Restaurant, trinke mein Gläschen Rosé, lausche Musik von einem Querflötenspieler, genieße eine sanfte Brise um den Ohren und schreibe am Blog. So lässt es sich aushalten 😃 

Das Essen ist auch gerade angekommen

Brutto waren es jetzt 28,9 km, durch die vielen Höhenmeter gefühlt aber mehr. 

Für morgen muss ich mal schauen. Ich würde gerne nach Anadia. Das sind einige Kilometer, aber angenehmere. Die Unterkunft dort wäre allerdings auch etwas teurer. Mal schauen 🤗