Erst nochmal zu gestern. Nachdem ich gestern in der Unterkunft in Alvorge ankam war das erste was ich tat zu fragen ob es Bettwanzen gibt, T hatte mich ja vorgewarnt. Der Betreiber versicherte mir daraufhin, dass er sie ausgerottet habe.
So ganz vertraute ich dem nicht weshalb ich mich grob umschaute. Da ich nichts entdeckte ging ich über zur täglichen Routine, also duschen, Klamotten waschen, nen Happen essen und den Blog schreiben.
Im Anschluss ging ich wieder aufs Zimmer. Da ich immer noch ein wenig Panik schob schaute ich mich nochmals um. Auf dem Boden fand ich tote Käfer, aber es waren glaube keine Bettwanzen. Nur der Vollständigkeit halber dachte ich, ach schau doch nochmal ein zweites mal hinter das Bett und siehe da...

Ich machte Bilder und Videos und packte sofort alle Sachen zusammen und ging zum Betreiber. Ich bin mir nicht sicher ob er sonderlich überrascht war.
Sein Lösungsvorschlag : ich solle mir ein Doppelzimmer teilen mit einem Spanier, den ich nicht kenne. Nein, danke. Ich bekam mein Geld zurück und mir wurde geraten in die kostenlose Unterkunft des Ortes zu gehen. Dort angekommen inspizierte ich sie. Sie war überaus... karg. Darauf hatte ich auch keine Lust. Also blieb nur eine Lösung : weiter in den nächsten Ort. Da es bereits spät war versuchte ich eine Fahrt über Bolt und anschließend über Uber zu organisieren. Beides schlug fehl. Somit blieb nur eine Möglichkeit, nämlich laufen. Es war bereits nach 18 Uhr und gut 5 km zu laufen. Ich beeilte mich und bei meiner Ankunft traf ich T wieder. Dort wurde ich herzlich willkommen und fand eine gute Nacht.
Durch die zusätzliche Strecke stieg meine Bruttostrecke auf 42,1 km, also knapp eine Marathondistanz.
Das Frühstück buchte ich dazu und bekam heute morgen hausgemachten Jogurt und Marmelade sowie frisch gepressten Orangensaft. 😋
Dann startete ich meinen Weg. Vor mir lagen 32,7 km netto.
Der erste bemerkenswerte Punkt war ein offener Rasenbereich mit jede Menge Caminoreferenzen. Ziemlich sicher wurde dieser von Pilgerbegeisterten hergerichtet. Am wichtigsten war mir der Caminoobelisk. Auf dem Frances findet man sie im auf einigen Abschnitten im 50 m Abstand. Dieser hatte zusätzlich die Besonderheit, dass er die Distanz bis nach Santiago angab. Zuvor habe ich auf dieser Strecke keinen solchen gesehen.

Das erste Drittel wäre geschafft, ich plane bereits ein gutes Stück vor.
Weiter ging es wieder über sehr holprige Waldwege was jede Menge Zeit und Nerven gekostet hat. Immerhin war der Wald und die Umgebung sehr schön. In einem Ort gab es eine Unterkunft die als Markenzeichen Gänse hatte.



Irgendwann kam ich dann ins Grübeln
- Ich war nur äußerst schleppend voran gekommen durch die ganzen Höhenmeter und schwierige Oberfläche
- Die Temperatur und Sonne war wieder enorm
- Der Vortag mit der langen Strecke lag mir noch in den Knochen
- Es hätte sicherlich noch bis mindestens 16:00 gedauert bis ich eintreffe
- Am wichtigsten : ich hasse es durch große Städte zu laufen (Coimbra hat 140.000 Einwohner), ständig Ampeln, Verkehr und andere Unannehmlichkeiten
Kurz um : 7 km vorm Ziel nahm ich mir dann ein Uber zu meiner Unterkunft. Durch die Fahrt konnte ich auch Orte von Coimbra sehen, die ich sonst verpasst hätte. Ich finde das war eine sehr gute Entscheidung 🤗
Ich denke hier könnte man noch sehr viel mehr schöne Ecken entdecken, aber ich hab nun mal kein großes Interesse an Sightseeing 😅, hier zumindest ein paar Bilder, den Rest müsst ihr selbst herausfinden 😋




Ich sitze gerade am Restaurant, trinke mein Gläschen Rosé, lausche Musik von einem Querflötenspieler, genieße eine sanfte Brise um den Ohren und schreibe am Blog. So lässt es sich aushalten 😃
Das Essen ist auch gerade angekommen

Brutto waren es jetzt 28,9 km, durch die vielen Höhenmeter gefühlt aber mehr.
Für morgen muss ich mal schauen. Ich würde gerne nach Anadia. Das sind einige Kilometer, aber angenehmere. Die Unterkunft dort wäre allerdings auch etwas teurer. Mal schauen 🤗