Zunächst noch ein kleiner Nachtrag : Wie geschrieben war ich am Dienstag noch durch Santiago gelaufen. Da es jedoch am Nachmittag recht stark geregnet hatte war ich frühzeitig bereits am Flughafen. Der Rückflug mit Umstieg in Frankfurt hatte sehr gut geklappt so dass ich gegen 23 Uhr wieder in Berlin und kurz vor Mitternacht zu Hause war.

Das erste was ich gemacht habe als ich ankam war alle meine Sachen in einen Sack zu packen und zu verschnüren. Auch wenn ich nicht davon ausging, dass Bettwanzen mitgereist sind wollte ich auf Nummer sicher gehen. Am Folgetag wanderte alles was waschbar ist in die Waschmaschine.

Mittlerweile bin ich wieder "richtig" angekommen und habe endlich Zeit gefunden diese Zusammenfassung zu schreiben.

Der Weg

Kurzfassung : Alles ist in etwa so gelaufen wie erwartet.

Langfassung : Den Camino Portugues ab Lissabon kann man recht klar in 2 Abschnitte teilen.

Von Lissabon bis Porto begegnet man nur äußerst selten anderen Pilgern. Durch die zwischenzeitige Aufsplittung des Weges (normal vs. Umweg über Fatima) wird dies in diesem Abschnitt noch weiter verstärkt. Es ist nichts ungewöhnliches, wenn man während des Laufens keinen einzigen anderen Pilger trifft. Die Abstände zwischen den Herbergen kann durchaus auch mal etwas größer ausfallen. Durch viele monotone Abschnitte lässt die Aufmerksamkeit gerne mal nach was in Kombination mit der verbesserungswürdigen Wegkennzeichnung zu ungewünschten Umwegen führen kann.

In Porto beginnt dann der reguläre Camino und ab hier drehen sich die zuvor genannten Punkte quasi um. Der Pilgerdichte nimmt extrem zu, die Herbergsdichte steigt und die Kennzeichnung der Wege verbessert sich, wobei das schon fast irrelevant ist, da die Pilgerdichte zugenommen hat und man einfach im Fluss mitschwimmen kann. Speziell ab Valença bzw. Tui erfolgt eine nochmalige Zunahme, da diese Städte knapp über 100 km vor Santiago liegen.

Bemerkenswert in diesem gesamten Abschnitt ab Porto ist jedoch der hohe Grad an Aufsplittungen des Weges. Immer wieder teilt sich der Weg auf und vereint sich wieder durch Verbindungen von der Küstenvariante und der traditionellen Route. Dadurch merkt man die tatsächliche Größe des Pilgerstroms erst gegen Ende, wenn alle Wege kurz vor Santiago sich schlussendlich vereinen.

Wer meine Route nochmal nachvollziehen möchte kann diese hier interaktiv auf Google Maps betrachten. Meine Landkarte der Orte in denen ich in Spanien und Portugal übernachtet habe verdichtet sich entsprechend.

Erwartungen erfüllt?

Landschaftlich war es wie erwartet abwechslungsreich. Es gab Abschnitte am Ozean, Feldwege durch alle möglichen Obst- und Gemüsekulturen, Waldwege mit verschiedensten Baumarten und natürlich auch der ein oder andere Anstieg. Was mir etwas fehlte waren die weiten flachen Ebenen.

Kulinarisch war ebenfalls eine ausgiebige Bandbreite an Gerichten gegeben. Preislich war sowohl die Verpflegung als auch die Unterkünfte in einem absolut fairen Rahmen.

Das führt mich auch zum nächsten Punkt : Eines meiner Hauptziele war eine Gewichtsabnahme. Den Großteil von allen was ich gegessen habe, habe ich fotografiert (deshalb die ganzen Fotos davon). Immerhin bringe ich jetzt gut 4 kg weniger auf die Waage. Das ist weniger als erhofft, aber dennoch ein zufriedenstellendes Ergebnis.

Auf meinen beiden bisherigen Wegen hatte ich es mehrfach geschafft in Orten aufzuschlagen in den gerade ein Ortsfest stattfand ohne dies geplant zu haben. Sei es das Stierfest in Pamplona, das römische Stadtfest in Astorga oder auch andere Feste in kleineren Ortschaften. Das ist dieses Mal leider gar nicht passiert.

Wie geht es weiter?

Während des Laufens wurden meine Erinnerungen an einige Widrigkeiten aufgefrischt die ich aus den vergangenen Caminos bereits erfahren hatte : körperliche Wehwehchen, hygienische Zustände, schwierige Schlafsituationen um nur die markantesten zu nennen. Deshalb war mein frühzeitiges Fazit bereits, dass dies mein letzter Camino sein sollte.

Gegen Ende der Reise als dann aber alles etwas routinierter wurde kam ich zu dem Schluss vielleicht gibt es doch noch eine Fortsetzung.

Welche Möglichkeiten kommen in Frage?

  • Camino Portugues (ab Porto, reine Küstenvariante)
  • Camino Primitivo
  • Camino del Norte aka Küstenweg (vermutlich aber in 2 Teilen, da dieser Weg recht lang ist)

Bei jeder Variante würde ich mir vorbehalten die letzten 100 km via Bus zu überspringen, da diese durch die Caminotouris überlaufen sein dürften und ich sie bereits gelaufen habe (Primitivo und Norte münden in den Francés ein).

Wenn es soweit ist würde ich das wieder kundtun. Das Feedback das ich bislang auf meinen Blog bekommen habe fiel überaus positiv aus entsprechend würde ich das an dieser Stelle dann auch wieder festhalten und teilen.

Diesen Blog jeden Tag zu schreiben war mit einem gewissen Aufwand verbunden. Bis alles stimmte hat es im Normalfall gerne mal 30 Minuten gedauert, teilweise bis zu einer Stunde. An dieser Stelle möchte ich auch noch anmerken, dass ich im Blog nicht alles festgehalten habe was ich unterwegs erlebt habe, zum Teil weil ich im Prozess des Verfassens nicht dran gedacht habe oder beispielsweise weil der Beitrag schon voll genug war. Falls ihr noch irgendwelche Anmerkungen zum Inhalt oder Darstellung habt teilt mir dies gerne digital oder persönlich mit. Jegliches Feedback wäre hilfreich 😃

Somit bleibt mir nur nochmals zu sagen vielen Dank fürs Mitlesen und Mitlaufen!