Die Nacht war trotz recht vieler anderer im Raum eine der ruhigsten. Dennoch war ich irgendwann wach und als ein Wecker um 6 Uhr klingelte nahm ich dies zum Anlass auch aufzustehen. Ich hatte immerhin heute wieder eine lange Distanz von 30 km vor mir und da war ein etwas früherer Start vorteilhaft.

So kam es, dass ich gegen 6:25 die Herberge verließ, also rund eine halbe Stunde früher als normal ... zumindest dachte ich dies in dem Moment. Ich war sehr irritiert, dass es noch stockduster war und sogar die Sterne waren zu sehen. Aber egal, passt schon.

Üblicherweise ist um 7 Uhr die Sonne gerade am Aufgehen, aber Fehlanzeige. Ich grübelte und grübelte bis mir endlich einfiel, dass ich Punkt 1 der Änderungen in Spanien vergessen habe : die Zeitumstellung. Ich war also nicht eine halbe Stunde früher als üblich gestartet sondern anderthalb Stunden 🙈. Nun gut, kein Problem, ansonsten hätte ich auch einfach nur noch so im Bett gelegen 😅 

Irgendwann wurde es dann auch 8 Uhr und nun war die Sonne endlich am Horizont. 

Nach dem ersten Anstieg gab es nen kleines Frühstück. 

Es folgten Anstieg 2 und 3 sowie ein Bierpäuschen darauf. Das Höhenprofil bildet sich entsprechend gut ab in meiner Herzfrequenzkurve. 

In rot die Berge markiert, die Pausen in lila und meine Ankunft im Ziel in weiß. Die Unterbrechung der Linie kam durch das Abnehmen des Armbands beim Duschen. 

Unterwegs gab es auch wieder zahlreiche schöne Städte, Landschaften und Bauwerke zu sehen. 

Ich schrieb glaube schon mehrfach, dass die Pilgerdichte zugenommen hat. Um dies nochmal irgendwie abzubilden hier ein Aufnahme von heute. 

Allein auf diesem Bild sind mehr Pilger zu sehen wie ich sie auf dem über 400 km langen Stück von Lissabon bis Porto insgesamt gesehen habe. Und so sieht es in diesem Bereich überall aus. Kurz nach diesem Moment bogen fast alle ab auf eine Alternativroute durch den Wald um die Straße zu meiden. Der Weg war so schmal, dass man nur hintereinander gehen konnte. Wäre in dem Moment ein internationaler Schlager angeklungen, so hätte es spontan einen Guiness Weltrekord für die längste Polonaise gegeben. Zum Glück blieb es ruhig. 

Durch den frühen Start erreichte ich zu einer angenehmen Zeit das Ziel und konnte noch eine leckere Pizza schnabulieren begleitet durch einen frisch gepressten Orangensaft. Hui, mein Telefon wollte gerade schon Orang-Utan schreiben, dass hätte glaube nicht geschmeckt. 

Die Bilanz von heute : 35,2 km. 

Jetzt heißt es nur noch 3 mal laufen und dann bin ich endlich (wieder) in Santiago 😃